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LAST-MILE

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Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wird ein numerisches Last-mile Tsunami Frühwarn- und Evakuierungsinformationssystem (Akronym: Last-mile; sponsorship code: 03G0643A-E) anhand von detaillierten Erdbeobachtungsdaten und -techniken sowie der instationären, hydronumerischen Simulation der kleinskaligen Überflutungsdynamik einschließlich der Modellierung des Entfluchtungsverhalten im urbanen Küstenhinterland der Stadt Padang, West Sumatra, Indonesien, entwickelt.
 
Durch die unmittelbare Küstenlage stellt die zum größten Teil auf dem Meeresspiegelniveau liegende, drittgrößte Stadt Sumatras mit ca. 1 Mio. Einwohnern eine Hochrisikozone in einer von Erdbeben und dadurch potenziell von Tsunamis gefährdeten Region dar. In diesem Projekt findet daher die Modellierung der Überflutungsdynamik und der physikalisch-technischen Verwundbarkeit unter Einbeziehung der sozioökonomischen Vulnerabilität der Bevölkerung zur Schadensminderung bei derartigen Naturkatastrophen besondere Beachtung.
 
Es gilt für die gesamte Westküste Sumatras im Falle eines Seebebens am Sunda-Bogen, dass ein möglicherweise ausgelöster Tsunami die Küste in ca. 18-20 Minuten in der ungünstigsten Konstellation erreicht. Hierdurch wird die kritische Zeitmarke für den Ablauf einer Evakuierungsplanung in Padang definiert.

Zielsetzung des Last-Mile Projekts

Die Zielsetzungen des Teilvorhabens WP3000 (Fernerkundung) sind:

  1. die Durchführung von detaillierten Analysen der physikalischen Vulnerabilität und des Risikos für die Region Padang (Sumatra, Indonesien) hinsichtlich ihrer Gefährdung durch Tsunamis,
  2. die Auswertung höchst aufgelöster Satellitendaten zur Ableitung der Topographie sowie von urbanen Strukturen und Suszeptibilitätsparametern der Bebauung und Infrastruktur sowie zur 2-D Visualisierung und
  3. der Aufbau einer zentralen Geodatenbasis und eines projektbezogenen Informationssystems für die Eingangsdaten und die Ergebnisse des Gesamtprojekts

 

Die kleinräumige Variabilität urbaner Räume ist die Ursache für einen schnellen räumlichen Wechsel von Vulnerabilität und Risiko. Die Erfassung der urbanen Strukturen stellt somit die Grundlage zur Erarbeitung eines Evakuierungsplanes. Die Visualisierung zeigt eine IKONOS Aufnahme aus dem Jahr 2005, die mit einer geometrischen Auflösung von 1 Meter die Details urbaner Strukturen widerspiegelt.

Abgebildet ist ein hoch verdichtetes, zentral gelegenes Viertel Padangs direkt am stark exponierten Küstenstreifen (Abbildung IKONOS). Diese Daten dienen als Grundlage mittels fernerkundlicher Methoden eine aktuelle, flächendeckende und hoch genaue räumliche Information zu extrahieren. So spielt für die Evakuierung das Verkehrsnetz (Abbildung Straßen) ebenso eine essentielle Rolle wie der Gebäudebestand (Abbildung Häuser).

Die Klassifikation der Gebäude nach Dichte, Höhe sowie Nutzung gibt indirekt Aufschluss über die Bevölkerungsverteilung. Ein erste Korrelation von verschiedenen Gebäudetypen mit ihrer zu erwartenden Vulnerabilität (Stabilität) im Falle eines Tsunamis ist schließlich als Möglichkeit aufgezeigt, eine räumliche Identifikation von Evakuierungsgebieten in Überflutungsflächen als Planungsgrundlage bereit zu stellen (Abbildung Building vulnerability).